Montag, 15. Mai 2017

Buch: The Taijiquan & Qi Gong Dictionary


Do you ever tried to get deeper into the world of Taijiquan & Qigong by studying books or texts in the internet?

Then you may have faced a lot of Chinese words - not only technical terms, but also names of people and names of movements and postures. Often unknown and sometimes looking very similar. Easy to mix them up or get confused.

Angelika Fritz was very aware of this problem and solved it by publishing the Taijiquan & Qigong Dictionary - a paper book with a lot of content:




• covers words, phrases, concepts from Taijiquan, Qi Gong, TCM, and meditation
• ranges from A (e.g. Abdominal Breathing, Ao Bu, Attack the tiger) via M (e.g. Ma Bu, Men Ren, Moxibustion) to Z (e.g. Zai Chui, Zhong Kui, Zuo Wang)
• includes the most important numbers: 1-10, 100, 1000 etc.
• refers to many form movements in Chinese and English
• explains various relevant acupuncture points
• names many present and past masters
• all in all it is 127 pages about Taijiquan and Qi Gong

As a dictionary it is not a book to read through, but to have it on the table for daily use. Lying here it can be a daily friend making the textual world of Taijiquan & Qigong more accessible.

More info: here

Big hug to Angelika (more info here) and thank you for the effort of making this book.

Martin

Dienstag, 2. Mai 2017

Klassiker: Wichtige Punkte beim Üben der Form und des Pushhands


Li Yiyu

Ein früherer Meister sagte:

Beherrscht man "Führe den anderen in die Leere", so beherrscht man auch "Mit der Wirkung von vier Unzen kann man mühelos tausend Pfund bewegen". Beherrscht man "Führe den anderen in die Leere" aber nicht, so wird man auch "Mit der Wirkung von vier Unzen kann man mühelos tausend Pfund bewegen" nicht beherrschen können.

Diese Worte fassen vieles zusammen, aber ein Anfänger wird sie nur schwer verstehen. Daher möchte ich sie hier so erklären, dass man sie verstehen und nach langem täglichen Training auch verwirklichen kann.




Möchte man "Führe den anderen in die Leere" und "Mit der Wirkung von vier Unzen kann man mühelos tausend Pfund bewegen" beherrschen, so muss man zuerst sich selbst und den anderen kennen.

Möchte man sich selbst und den anderen kennen, so muss man zuerst sein selbst aufgeben und dem anderen folgen.

Möchte man sein selbst aufgeben und dem anderen folgen, so muss man zuerst die günstige Gelegenheit und den strategischen Vorteil erlangen.

Möchte man die günstige Gelegenheit und den strategischen Vorteil erlangen, so muss man zuerst den eigenen Körper zu einer Einheit werden lassen.

Möchte man den eigenen Körper zu einer Einheit werden lassen, so muss man zuerst dafür sorgen, dass der Körper fehlerfrei agiert.

Möchte man dafür sorgen, dass der Körper fehlerfrei agiert, so muss man Geist und Qi aktivieren.

Möchte man Geist und Qi aktivieren, so muss man zuerst die Lebenskraft anheben.

Möchte man die Lebenskraft anheben, so muss man zuerst den Geist davor bewahren, sich außen zu zerstreuen.

Möchte man den Geist davor bewahren, sich außen zu zerstreuen, so muss man zuerst Geist und Qi in den Knochen sammeln.

Möchte man Geist und Qi in den Knochen sammeln, so müssen zuerst die Oberschenkel voller Kraft und die Schultern entspannt sein und das Qi muss nach unten sinken.

Die jin-Kraft entspringt den Fersen, wird in den Beinen umgewandelt, in der Brust gespeichert, durch die Hände ausgedruckt und von der Taille beherrscht. Oben arbeiten die Arme zusammen. Unten folgen die Beine einander. Die jin-Kraft wird innen gewandelt.

Erhalten ist Schließen. Abgeben ist Öffnen. Wenn etwas ruht, ruht alles. Ruhe ist Schließen. In der Mitte des Schließens findet sich Öffnen. Wenn sich etwas bewegt, bewegt sich alles. Bewegung ist Öffnen. In der Mitte des Öffnens findet sich Schließen.

Kommt es zum Kontakt, kann man ganz frei drehen und alles ist voller Kraft. Jetzt kann man "Führe den anderen in die Leere" und "Mit der Wirkung von vier Unzen kann man mühelos tausend Pfund bewegen" beherrschen.

Beim täglichen Üben der Form arbeitet man am Kennen des selbst. Beim Bewegen durch die Stellungen muss der ganze Körper mit den obigen Prinzipien übereinstimmen. Weicht man nur ein wenig ab, muss man es sofort korrigieren. Damit dies möglich ist, sollte man die Form eher langsam, als schnell ausführen.

Beim Pushhands arbeitet man am Kennen des anderen. Seine Ruhe und seine Bewegung müssen genau bestimmt werden. Aber man muss auch sich selbst hinterfragen. Hat man sich selbst gut unter Kontrolle, gilt:

Nähert sich der andere mir, muss ich nicht gegen ihn arbeiten, sondern ich folge seiner Kraft und trete ein. Dann übernehme ich seine Kraft und er wird verlieren. Hat man keine starke Stellung erreicht, liegt das an doppelter Schwere und mangelnden Neutralisieren. Man muss dann nach Yin und Yang, sowie Öffnen und Schließen suchen.

In der Kunst des Krieges heißt es:

Wer sich selbst und den anderen kennt,
wird von einhundert Schlachten einhundert gewinnen.

Freitag, 21. April 2017

Klassiker: Zur Kunst des Tai Chi Chuan





Grenzenlos ist die Kunst des Tai Chi Chuan.
Beim Erlernen ist Wahrhaftigkeit der Leitgedanke.

Für Jahre muss man sich dem Lernen völlig hingeben -
mit ganzem Willen und konzentriertem Geist.

Man beginnt, indem man einem Meister folgt
und schreitet voran, durch Austausch mit den Gefährten.

In Folge von Förderung, Hilfe und Ermunterung
wird man langsam aber sicher zu verstehen beginnen.

Nach einer Schicht dringt man tiefer ein in die nächste
und die nächste und die nächste, ohne Ende.

Das Sich-Eröffnen folgt dem Verschlossen-Sein.
Öffnen und Schließen vervollständigen einander.

Das Tai Chi Chuan zieht einen völlig in seinen Bann
und selbst, wenn man es aufhören wollte, man kann es nicht.

Je besser es anzusehen ist,
desto mehr ist noch zu tun.

Eines Tages erlangt man die Erleuchtung
und dann kann man alles durchdringen.


----------------------------------------------

Mehr zu den Klassikern des Tai Chi Chuan:




Info: hier




Mittwoch, 19. April 2017

Artikel: Ziele im Tai Chi Chuan


Hu Jingzi

Das große Ziel des Tai Chi Chuan ist die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Das kleine Ziel ist die Entwicklung von kämpferischen Fähigkeiten. Um seinem Schicksal zu entsprechen, muss man seinen Körper mit Qi füllen können. Entspricht man seinem Schicksal, dann kann man seine innere Natur vervollkommnen und letztlich den Geist wandeln. Vom Sohn des Himmels bis zum einfachen Mann, wie könnte dies nicht zu wahrhaftigen Gedanken, zu einem geradlinigen Herzen und zu einer kultivierten Persönlichkeit führen?



Foto: Manos Meisen


Spätere Generationen dürfen die klassischen Texte auf keinen Fall leichtfertig weitergeben, denn es gibt Menschen, die dieses Wissen nicht erhalten sollten. Aber warum haben dann die alten Meister die klassischen Texte an uns weitergegeben? Es hat nichts mit Freundschaft oder Familienzugehörigkeit zu tun, sondern nur mit würdig sein.

Man muss die Leistungen der alten Meister respektieren und darf es nicht wagen, ihre Kunst unüberlegt weiterzugeben. Wenn man der nächsten Generation diese Kunst übermitteln möchte, muss man sein ganzes Herzblut einsetzen, ganz so, wie es die alten Meister taten.


-----

Wer sich mehr zu solchen Themen im Tai Chi Chuan und ganz allgemein in der Kampfkunst informieren möchte, sollte hier mal schauen:



Mehr Info: hier

Montag, 17. April 2017

Klassiker: Enthaltungen im Tai Chi Chuan


Nach Hu Jingzi


Vier Enthaltungen

1. Trink nicht zuviel Alkohol.
2. Sex sollte nur zwischen Ehemann und Ehefrau stattfinden. Lass dich nicht verführen.
3. Erwerbe keinen unmoralischen Reichtum.
4. Lebe ausgewogen und versuche nicht zu erlangen, was dir nicht bestimmt ist.




Drei kleine Enthaltungen beim Studium

1. Iss nicht zuviel.
2. Trink nicht zuviel.
3. Schlaf nicht zuviel.

Donnerstag, 13. April 2017

Kleiner Gedanke: Über die Bücher und das Lesen

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist sicherlich schon aufgefallen - ich liebe Bücher und das Lesen - im Falle von China und Tai Chi Chuan auch das Übersetzen und Publizieren.




Bei meinen Reisen durch die chinesische Literatur habe ich dabei folgenden kleinen Text gefunden - er hat mich sehr erfreut und so möchte ich ihn euch heute hier präsentieren.

Viel Freude beim Schmökern

Martin


Über die Bücher und das Lesen (1650)

Zhang Chao

Liest man Bücher in seiner Jugend, ist dies, als ob man den Mond durch einen kleinen Spalt betrachtet. Liest man Bücher in erwachsenem Alter, ist dies, als ob man den Mond von einem Hof aus betrachtet. Liest man Bücher in hohem Alter, ist dies, als ob man sich auf einer offenen Terrasse am Mond erfreut. Dies ist so, weil die Tiefe des Eindringens in einen Text von der Tiefe der im Leben gemachten Erfahrungen abhängt.

Nur wer das Buch ohne Worte - das Buch des Lebens - lesen kann, wird auch wundervolle Sätze schreiben können. Nur wer Schwierigstes durchdringen kann, wird auch tiefe Zen-Weisheiten verstehen können.

Die höchste Literatur, vom Altertum bis heute, wurde mit Blut und Tränen geschrieben.

Literatur ist Landschaft auf dem Schreibtisch. Und Landschaft ist Literatur auf dem Erdboden.

Ein Buch zu lesen ist die höchste Freude, aber ein Geschichtsbuch zu lesen ist wenig vergnüglich und macht sehr wütend. Aber neben der Wut findet sich letztlich doch auch etwas Freude.

Die Klassiker sollte man im Winter lesen, dann ist man konzentriert. Geschichtsbücher sollte man im Sommer lesen, dann hat man viel Zeit. Philosophische Werke sollte man im Herbst lesen, dann ist man bereit, seine Meinung ändern. Gesammelte Werke späterer Autoren sollte man im Frühling lesen, dann erwacht die Natur.

Wenn Schriftgelehrte militärische Angelegenheiten studieren, findet das nur auf dem Papier statt. Wenn Generäle Literatur diskutieren, reden sie über etwas, dass sie nur vom Hörensagen kennen.

Für einen begeisterten Leser gibt es nichts, dass nicht zu einem Buch für ihn wird: die Landschaft, das Go-Spiel, Wein, Blumen und der Mond - alles ist ein Buch für ihn. Für einen begeisterten Wanderer gibt es nichts, dass nicht zu einer Landschaft für ihn wird: Bücher, Geschichte, Gedichte, Wein, Blumen und der Mond - alles ist Landschaft für ihn.


Dienstag, 11. April 2017

Artikel: Die drei Stufen beim Training des Tai Chi Chuan


Hao Weizhen

Beim Training des Tai Chi Chuan gibt es drei Stufen:

1. Stufe: In der Anfangsstufe des Trainings ist es, als wäre man mit dem Körper unter Wasser und die Füße stehen auf dem Boden. Der Körper, die Hände und die Füße bewegen sich, als müssten sie ständig gegen den Wasserdruck anarbeiten.




2. Stufe: Der Körper, die Hände und die Füße bewegen sich, als sei man im Wasser, aber die Füße berühren den Boden nicht mehr. Man ist viel mehr wie ein Langstreckenschwimmer, der ganz elegant durch das Wasser gleitet.

3. Stufe: Der Körper wird noch leichter und gewandter und die Füße scheinen auf der Wasseroberfläche zu wandeln. Erreicht man dieses Niveau, muss man behutsam und vorsichtig sein, als stünde man an einem Abgrund oder ginge über Eis. Man darf kein bisschen leichtsinnig werden. Wenn Geist und Qi auch nur ein wenig in Unordnung geraten, muss man befürchten, im Wasser zu versinken.