Dienstag, 15. Mai 2018

Buch: Sitzen in Stille

Da bin ich wieder mit einem neuen Booklet (6,10 Euro):

Sitzen in Stille




Warum ist das auch für den Tai Chi'ler von großem Interesse?

1. Das Sitzen in Stille ist ini vielen Tai Chi-Stilen ein Teil der Übung. Es hat seine Wurzeln in der chinesischen Tradition und Philosophie. Dieses Buch soll Inspirationen hierzu liefern. Dazu werden Beispiele aus der chinesischen Literatur vorgestellt, aus denen die Gedanken der alten Meister sprechen. Mit erstaunlicher Einstimmigkeit erscheint die Idee des Sitzen in Stille in allen drei großen Schulen der chinesischen Philosophie, dem Daoismus, dem Buddhismus und dem Konfuzianismus. Mit Recht, denn das Sitzen in Stille ist eine ihrer fundamentalen Methoden, mag das Ziel auch unterschiedlich sein.

2. Tai Chi Chuan wird auch mit Ruhe in Bewegung bezeichnet. Das chinesische Wort für "Ruhe" heißt "jing" und wird beim Sitzen in Stille mit "Stille" übersetzt. Es wird in der chinesischen Literatur also über die gleiche Sache gesprochen: Einmal beim Sitzen - einmal in der Bewegung. Lässt man daher die Quellen zum Sitzen in Stille auf sich wirken, werden Parallelen zum Tai Chi Chuan sogleich sichtbar und man wird inspiriert zurück in das eigene Training gehen.

Viel Freude beim Schmökern

Martin

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Sonntag, 8. April 2018

Zwei Aspekte des Pushhands


Das Pushhands kennt eine große Vielfalt an Aspekten, die man üben kann. Hier möchte ich kurz zwei Aspekte vorstellen, die sich wunderbar ergänzen:

1. Konkrete Übungen. Hier gibt es definierte Techniken und enge Regeln, was zu üben ist. Als Übender wiederholt man in bestimmten Routinen das zu Übende immer und immer wieder, bis es immer besser wird und schließlich als ein Teil von einem selbst spontan angewendet werden kann.

2. Das freie Spiel. Hier wird das Erlernte frei kombiniert und in all seinen Variationen ausprobiert und erforscht. Es geht nicht um Perfektion, sondern "Fehler" sind erwünscht. Es wird einfach gespielt und nicht bewertet. Aus dem Spiel heraus entwickelt man elementare Erfahrungswerte.

Achtung: Beim freien Spiel in der Küche gibt es manchmal direktes Feedback.


Dienstag, 20. März 2018

Das Dao als Quelle



Foto von Michael Busch: Ma Yueliang 1992


Eine Waffe die zu steif ist, wird bersten.
Ein Stück Holz, das zu hart ist, wird brechen.

Ein Stück Leder, das zu spröde ist, wird reißen.
Die Zähne, härter als die Zunge, erleiden zuerst Schaden.

Daher:

Das Weiche und das Schwache
sind der Stamm des Lebens.

Das Harte und das Starke
sind die Schüler des Todes.

Aus: Innere Übung/Das Dao als Quelle - Verlag Boedicker

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Montag, 19. März 2018

Pushhands und im Moment sein


Beim Pushhands muss ganz seine ganze Aufmerksamkeit konzentrieren. Aber man darf nicht versuchen, herauszufinden was das Richtige ist. Fängt man an zu planen, wird es nichts werden. Man muss im Moment sein und dem anderen "zuhören". Man darf seine eigenen Ideen nicht forcieren. Warte auf den richtigen Augenblick und die günstige Gelegenheit. Gib dein Selbst auf, folge dem anderen und das Resultat wird einen jeden überraschen.


Mittwoch, 28. Februar 2018

Die Kraft des Paradoxen

von Martin Bödicker

Habe gerade über einen Satz von Wu Yinghua nachgedacht:

"Lasse niemals auch nur die kleinste Idee eines Angriffs in deinem Geist entstehen."




Das ist die Fähigkeit des Mitgehens - des Sich-selbst-aufgebens und des Dem-anderen-folgen. Es ist die edle Kunst des Wartens auf den Angriff. Ich arbeite schon Jahrzehnte daran.

Und dann ... trainieren wir yin-jin, die verführende jin-Kraft:

Die verführende jin-Kraft setze ich ein, wenn der andere sich nicht bewegt. So verführe ich ihn, sich zu bewegen. Oder wenn der andere sich schon bewegt, verführe ich ihn, sich auf einer von mir gewünschten Bahn zu bewegen. Ich verführe den anderen also einer eigenen Aktion und wenn der andere reagiert, geht er in die Falle.

Was also nun???

Soll ich inaktiv sein, warten und folgen, oder soll ich aktiv werden und die Kontrolle übernehmen, indem ich den anderen verführe etwas zu tun, was er ürsprünglich gar nicht wollte?

Wie paradox! Wie wunderbar!

Einmal Yin, einmal Yang. Das ist das Dao.

Das ist die Grundlage des Tai Chi Chuan. Der Wechsel zwischen Inaktivität und Aktivität, zwischen Ruhe und Bewegung - eine der großen Fähigkeiten des Tai Chi Chuan. Durch die Anwendung der Kraft des Paradoxen kann man den anderen durch geringere Kraft, aber größerem Können überwinden.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Der Heuhaufen


Beim Pushhands soll man nicht aktiv,
sondern reaktiv sein - na ja - vielleicht so:

Verschwende deine Zeit nicht damit,
die Nadel im Heuhaufen zu suchen.
Hüpfe in ihm herum und lasse die Nadel dich finden.